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Die soziale Marktwirtschaft als freiheitliches Gesellschaftsmodell verteidigen und


CDU Schramberg und Mittelstandsvereinigung:

Die soziale Marktwirtschaft als freiheitliches Gesellschaftsmodell verteidigen und
neu beleben


„Der Mittelstand macht mobil für die richtige Politik.“ Der Satz, mit dem der Vorsitzende des CDU-Stadtverbandes, Clemens Maurer die Diskussionsveranstaltung mit Peter Ibbeken, dem Landesvorsitzenden der Mittelstandsvereinigung in den Ausstellungsräumen der zur Firmengruppe Bauknecht gehörenden KIST Büroausstattung, eröffnete – und später nochmals bekräftigte – durchzog wie ein Leitfaden den gesamten Abend.
Während den ganzen Nachmittag über die wegweisende Entscheidung über die Krankenhausstruktur im Kreis beraten und schließlich entschieden wurde, setzte sich am gleichen Abend die CDU in Schramberg zusammen mit der Mittelstandsvereinigung des Kreises und zahlreichen Gästen aus Wirtschaft und Handel mit dem Konzept der sozialen Marktwirtschaft auseinander, das im Jahr 1948 mit Ludwig Erhard den Weg für Wohlstand und Sicherheit in der Bundesrepublik Deutschland ermöglicht hatte.

„Seit der Finanz- und Wirtschaftskrise ist dieses Modell wieder in die Diskussion gekommen“, sagte der vor kurzem mit einem tollen Vertrauensbeweis wieder gewählte Chef der CDU-Mittelständler. Darum gelte es sich zu besinnen, was unter der sozialen Marktwirtschaft tatsächlich zu verstehen ist, nachdem sich (all zu) viele auf sie berufen: „Dieses Erfolgsmodell beruht darauf, dass zwischen dem neoliberalen Ansatz, dem die soziale Komponente fehlt und dem Neosozialismus, der ebenfalls menschenfeindlich ist, sich die gesamte Bandbreite der sozialen Marktwirtschaft befindet.
Die Räumlichkeit für Vortrag und Diskussion schien wie geschaffen für die Veranstaltung: Die Geschäftsführerin von KIST, Martina Graf, stellte in ihrem Grußwort das Unternehmen vor, dem sie seit 25 Jahren angehört. „Wir kümmern uns …“, „Wir sind für Sie da …“ so präsentiert der Büroausstatter seine Produktpalette. Mit all dem, was zur sozialen Marktwirtschaft gehört. Anpacken, sich auf die eigenen Stärken besinnen. So wie Ludwig Erhard es formuliert hatte und Peter Ibbeken es zitierte: Einerseits die freiheitliche Gesellschaftsordnung und gleichzeitig der Einsatz der sozialen Sicherung. Spätestens im Jahre 1989 sei es mit dem Ende der Zentralverwaltungswirtschaft in der DDR jedem klar geworden, dass Planwirtschaft zum Scheitern verurteilt sei. Doch vieles scheine vergessen, sagte der CDU-Mittelständler weiter, wenn der Staat sich immer mehr dafür entscheide, nicht nur die Rahmenbedingungen zu setzen, sondern sich zum Mitspieler im Wirtschaftsgeschehen mache. Und vor allem: Die in der Finanzkrise deutlich aufgetretenen Fehlentwicklungen, die Maßlosigkeiten, Gier und Geiz machten die Menschen zu Recht wütend und lasse das Pendel in die andere, ebenfalls falsche Richtung schwenken.
Dabei seien mit der Eigeninitiative, der Sicherung des Wettbewerbs, dem Verzicht auf zu viel staatlichen Einfluss in die Wirtschaft sowie Subsidiarität und Solidarität die vier Fundamente genannt, auf denen der Erfolg des freiheitlichen Wirtschaftssystems beruhte. Das jedoch nicht im Grundgesetz verankert sei und so bei einer eventuellen rot-rot-grünen Konstellation von einer Planwirtschaft abgelöst werden könnte. Deswegen sein Appell: Mit einer klaren Ordnungspolitik hineinwirken in die Gesellschaft, auch in die CDU, vor Ort präsent sein, auch als Mittelständler versuchen Einfluss zu nehmen in die Politik. „Denn wir, die 3,3 Millionen mittelständischen Betriebe in Deutschland, wir verkörpern die soziale Marktwirtschaft, wir erkennen das Risiko als Chance, wir machen keine „selling forget“-Geschäfte, wir wirken und arbeiten aus unserer Kraft und Lebensbejahung.“

Fundierte Äußerungen von Peter Ibbeken, der als Geschäftsführer eines mittelständischen Unternehmens in Friedrichshafen weiß, wovon er redet. Und die Grundlage für eine weiterführende Diskussion unter der Moderation von Klaus-Dieter Thiel, dem Kreisvorsitzenden der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung. In der die Forderung, mehr Wirtschaftssachverstand in der Schule zu vermitteln unter der Überschrift „Bringt die Wirtschaft in die Schule“ sehr viel Zustimmung erhielt. Denn die Angriffe auf die soziale Marktwirtschaft geschehen von verschiedenen Seiten, betonten mehrere Diskussionsteilnehmer. Nicht zuletzt von denen, die gerne Gelder verteilen (Stichwort „soziale Gerechtigkeit“ und alles drunter verstünden) und die weniger daran dächten, wie die Ressourcen erst einmal verdient werden müssten.
Nachdenkliches zu einem Bereich, den Clemens Maurer zu einem der Schwerpunktthemen der CDU Schramberg machen will, „denn wir wollen, dass unsere Gesellschaft zusammenhält, dass wir mit einer klaren Orientierung Perspektiven aufzeigen, junge Menschen ermutigen und auch angesichts der demografischen Entwicklung nicht allesamt abrutschen.“
Was der Vorsitzende der Mittelstandsvereinigung als Ziel seiner Organisation lebhaft bestätigte. Und was im Anschluss an den offiziellen Teil in dem sehr geschmackvoll ausgestatteten Raum der Firma KIST bei Imbiss und Getränken noch ausgiebig weiter diskutiert worden ist. Denn, so die CDU-Mittelständler: „Wir wollen das Erbe Ludwig Erhards weiter tragen, mit seinen Ideen, mit denen der Freiburger Schule dafür eintreten, dass dieses Erfolgsmodell auch die nächsten Jahre prägen werden.“